2019-06-11 17:45

Es riecht nach Trainerwechsel

Am Montag startet der FC Basel in die Saisonvorbereitung. Die Anzeichen, dass Marcel Koller gehen muss, mehren sich.

Ist Marcel Koller nächste Saison noch Trainer des FC Basel? Das ist mehr als unsicher.

Ist Marcel Koller nächste Saison noch Trainer des FC Basel? Das ist mehr als unsicher.

(Bild: Keystone Anthony Anex)

  • Oliver Gut

    Oliver Gut

Jetzt war gerade Pfingsten. Nicht lange davor war – wie immer – auch noch Auffahrt. Und davor, dazwischen, währenddem und danach, da war und ist Sommerpause. Jedenfalls noch bis am kommenden Montag. Denn dann nehmen die Profi-Kicker des FC Basel die Vorbereitung der neuen Saison in Angriff.

Was einem dazu in den Sinn kommt? Ganz vieles. Vor allem aber, dass da noch etwas war. Schon weit vor Saisonschluss und gewiss nicht weniger danach. Und eigentlich auch während Auffahrt und Pfingsten. Obwohl zuletzt nicht mehr viel zu vernehmen war: Noch immer ist nicht klar, mit welchem Trainer die Spieler des FC Basel die Vorbereitung dieser neuen Saison in Angriff nehmen. Jedenfalls offiziell nicht. Fast so, als hätte man bei Rotblau ob all der Feriengefühle und der zwischenzeitlichen Kirchgänge vergessen, dass es da noch eine zentrale Frage zu klären gäbe.

Schwieriger Prozess

Hat man natürlich nicht, auch wenn man ordentlich viel Zeit hat verstreichen lassen. Doch wahrscheinlich ist es auch gar nicht so einfach, eine Saison so gründlich zu analysieren, wie man versprochen hat – und dann auch noch zu einer Entscheidung für oder gegen den bisherigen Übungsleiter Marcel Koller zu finden, zumal es für jede Variante Argumente unterschiedlichster Natur gibt. Zumindest ist es dies nicht in einem heterogenen Führungsgebilde, mit einem Besitzer und Präsidenten Bernhard Burgener, der neben all den Feiertagen ab und an auch noch anderen Geschäften nachgeht und zwischendurch etwa beim Champions-League-Final in Madrid weilt.

Allerdings heisst das nicht, dass man untätig war. Und es heisst auch nicht, dass die verbleibenden sechs Tage bis zum Saisonstart einfach so verstreichen, wie von aussen betrachtet die zwei Wochen zuvor verstrichen sind. Denn es mehren sich die Anzeichen, dass der FC Basel in dieser Woche nach langem Gärungsprozess doch noch einen Trainerwechsel erlebt.

Erfolgte Kontaktaufnahme

Diese Zeitung weiss, dass die FCB-Führung in den vergangenen Tagen mit Patrick Rahmen den Kontakt aufnahm. Zudem gibt es Quellen aus dem Aargau, die davon berichten, dass auch bereits die Verantwortlichen des FC Aarau, wo Rahmen bis auf weiteres angestellt ist, über diese Kontaktaufnahme im Bilde sind. Unklar ist noch, wie weit der Austausch gediehen ist und ob er trotz der drängen Zeit vielleicht doch erst informeller Natur war.

Allerdings müssen die Indizien klar in jene Richtung gedeutet werden, dass beim FC Basel in den nächsten Tagen die Weichen neu gestellt werden: FCA-Trainer Patrick Rahmen war beim Cupsieger 2019 in der aktuellen Gemengelage trotz spektakulär verpassten Aufstiegs stets der Kronfavorit auf eine allfällige Koller-Nachfolge. FCB-Sportdirektor Marco Streller wünscht bei einem Wechsel eine Lösung mit rotblauer DNA, die Rahmen als Basler und Ex-FCB-Spieler darstellt. Gemeinsam mit Thorsten Fink (den es zu Vissel Kobe nach Japan zieht) war er schon 2017 in jener engsten Trainerauswahl, aus der Raphael Wicky schliesslich als Sieger hervorging.

Was es braucht zum finalen Schritt? Vielleicht nur noch eine Unterschrift. Vielleicht aber auch die letzte Überzeugung – eine Überzeugung, von der man sich nach jetziger Informationslage nicht wirklich sicher sein kann, ob sie am Ende nicht doch ausbleiben wird.

Eine Frage des Geldes hingegen ist es bei allen Sparplänen kaum: Zwar ist richtig, dass mit einem Trainerwechsel Mehrkosten entstehen. Allerdings würden diese nicht mehr als rund eine Million Franken betragen. Also so viel, wie ein Cheftrainer wie Patrick Rahmen inklusive seiner Assistenten kostet. Denn Marcel Koller und sein engster Staff werden durch eine Ablösung ja nicht teurer. Sondern kosten einfach weiter, ohne im Amt zu sein.