2019-07-09 06:51

Der Uhrencup bietet diese Woche viel Prominenz

Meister YB trifft am Vorbereitungsturnier auf Eintracht Frankfurt und Adi Hütter – sowie auf Crystal Palace mit Trainer Roy Hodgson.

Adi Hütter testet mit Eintracht Frankfurt am Mittwoch in Biel gegen die Young Boys den Formstand seines Teams.

Adi Hütter testet mit Eintracht Frankfurt am Mittwoch in Biel gegen die Young Boys den Formstand seines Teams.

(Bild: Keystone Uwe Anspach)

  • Fabian Ruch

    Fabian Ruch

Der Fussball kennt längst keine Pausen mehr. Die Copa América ist seit Sonntagabend beendet, am übernächsten Wochenende startet die Super League bereits in die neue Saison, in dieser Woche geht der 55. Uhrencup über die Bühnen. In Biel. Und erneut in Bern. Das Teilnehmerfeld ist attraktiv, neben Meister YB nehmen der FC Luzern, Bundesligist Eintracht Frankfurt sowie der Premier-League-Club Crystal Palace teil.

Die beiden ausländischen Teams bestreiten Teile ihrer Saisonvorbereitung in der Schweiz. Zur Eröffnung spielt der FCL am Dienstagabend gegen Crystal Palace, am Mittwoch trifft YB auf Frankfurt, am Freitag duelliert sich Luzern mit Frankfurt, diese drei Begegnungen finden um 20 Uhr in der Bieler Tissot-Arena statt. Und am Samstag spielen die Young Boys im Neufeld um 15 Uhr gegen Crystal Palace. Für die Berner sind die beiden Partien echte Standortbestimmungen kurz vor dem Ligastart am Sonntag, 21. Juli, zu Hause gegen Aufsteiger Servette.

Aus regional wurde international

Erstmals ausgetragen wurde der Uhrencup 1962 zur Feier der Einweihung der neuen Haupttribüne des Stadions Brühl in Grenchen. Jahrzehntelang fand das Turnier dort statt, bis 2002 grösstenteils mit regionalen und nationalen Mannschaften, seither aber auch mit Teams aus europäischen Topligen. Rekordsieger ist der FC Basel mit 13 Titeln, danach folgen Grenchen und YB mit je 7 Triumphen. Die letzten Sieger hiessen Galatasaray Istanbul, Stoke City und Wolverhampton Wanderers, die Young Boys setzten sich letztmals 2007 durch.

«Ich freue mich extrem auf dieses Spiel.»Adi Hütter zum Duell mit YB

Höhepunkt der diesjährigen Austragung ist das Treffen von YB mit Eintracht Frankfurt am Mittwochabend. Das Spiel ist ausverkauft, was keineswegs überrascht, misst sich der aktuelle Meistertrainer Gerardo Seoane doch mit Vorgänger Adi Hütter, dem Berner Meistertrainer 2018. «Ich freue mich extrem auf dieses Spiel», sagt Hütter. «Denn ich stehe immer noch mit vielen Menschen aus meiner Berner Zeit in Kontakt.»

Die Frankfurter sind in ihrer Vorbereitung noch nicht so weit wie YB, dennoch sagt Hütter, der Turniersieg sei das Ziel. «Aber wir treffen auf starke Gegner.» Auch für seinen langjährigen Assistenten Christian Peintinger, Österreicher wie Hütter, sowie Mittelfeldstratege Djibril Sow, bis vor kurzem bei den Young Boys engagiert, sei die Begegnung etwas Besonderes.

Hütters starke Premierensaison

Adi Hütter blickt mit Frankfurt auf eine überaus erfolgreiche Premierensaison zurück – mit dem Sturm in die Europa-League-Halbfinals und dem knappen Scheitern im Penaltyschiessen gegen den späteren Sieger Chelsea sowie Platz 7 in der Bundesliga inklusive Europacup-Qualifikation. Wobei Frankfurt lange Zeit sogar mit einem Platz in der Champions League geflirtet hatte, ehe das anspruchsvolle Programm gegen Saisonende Spuren hinterliess.

«Wir haben unsere Ziele übertroffen.»Adi Hütter ist mit seinem ersten Jahr in Frankfurt mehr als zufrieden.

«Wir haben unsere Ziele übertroffen», sagt Hütter. «Und gerade auch die Art und Weise, wie wir Fussball gespielt haben, hat viele Menschen begeistert und uns Sympathien über die Grenzen von Frankfurt und sogar Deutschland hinaus eingebracht.» Eintracht Frankfurt logiert in dieser Woche ein paar Tage in Thun und in Bern, für Hütter bleibt also genügend Zeit, um ehemalige Weggefährten zu treffen.

Auch die anderen Trainer am Uhrencup besitzen einen starken Bezug zu YB beziehungsweise zur Schweiz. Der FC Luzern wird vom früheren Berner Kultstürmer Thomas Häberli gecoacht. Und bei Crystal Palace, letzte Saison auf Rang 12 in der Premier League, steht Roy Hodgson an der Seitenlinie. Der mittlerweile 71-jährige Engländer trainierte von 1992 bis 1995 die Schweizer Nationalmannschaft und qualifizierte sich für die WM 1994. Vorher und nachher war Hodgson unter anderem bei Xamax, GC, Inter Mailand sowie Liverpool engagiert. Und zwischen 2012 und 2016 trainierte er die englische Auswahl.

Das Programm des 55. Uhrencup im Überblick:

Dienstag, 9. Juli:
FC Luzern – Crystal Palace (20 Uhr, Tissot-Arena Biel)

Mittwoch, 10. Juli:
YB – Eintracht Frankfurt (20 Uhr, Tissot-Arena Biel)

Freitag, 12. Juli:
FC Luzern – Eintracht Frankfurt (20 Uhr, Tissot-Arena Biel)

Samstag, 13. Juli:
YB – Crystal Palace (15 Uhr, Neufeldstadion Bern)