2019-06-12 21:07

Veganes, wo einst Filme gezeigt wurden

In den Räumlichkeiten des ehemaligen Kino Royal in Bern hat das vegane Restaurant Swing Kitchen seine Tore geöffnet.

Das konsequent vegane Restaurant bietet Burger, Nuggets, Salate und Wraps an.

Das konsequent vegane Restaurant bietet Burger, Nuggets, Salate und Wraps an.

(Bild: zvg)

  • Markus Dütschler

    Markus Dütschler

Botinnen brachten am Dienstag im Rahmen eines Flashmobs die «Müsterchen» aus dem neuen veganen Restaurant Swing Kitchen unters Pendlervolk, das sich beim Berner Hauptbahnhof bewegte.

Das österreichische Unternehmen hat nach Franchise-Filialen in Österreich und Deutschland den ersten Ableger in der Schweiz eröffnet, und zwar im ehemaligen Kino Royal an der Laupenstrasse, das nach der Schliessung zwei Jahre leer stand.

Das konsequent vegane Restaurant bietet Burger, Nuggets, Salate und Wraps an, auch die Desserts werden ohne tierische Zutaten hergestellt. Das Restaurant ist so neu, dass es auf der Webseite www.swingkitchen.com unter der Rubrik «Our Locations» am Dienstag immer noch als «Coming soon» firmierte.

Aus der Tierrechts-Szene

Erfinder des Konzepts sind die österreichischen Vegan-Pioniere Irene und Charly Schillinger, die seit 1998 vegan leben und sich seit 2001 beruflich der veganen Küche widmen. Die beiden lernten sich bei einer Aufsehen erregenden Tierrechtsaktion in Wien kennen. «Die vegane Küche soll gesunden Genuss und nicht dogmatischen Verzicht darstellen», so lautet ihr Credo.

Franchisenehmer des Berner Betriebs ist der Murtner Stephan Helfer, der bisher im dortigen Hotel Schiff kochte. Er und sein Restaurantleiter Charly Kaderli zählen darauf, dass sich unter den vielen Pendlern und Uni-Studierenden viele Flexitarier befinden, die nicht nie, aber immer seltener Fleisch essen.

Swing Kitchen ist die Herstellung der Speisen aus lokalen Produkten ein Anliegen. Das Interieur des Lokals orientiert sich an den US-Burger-Restaurants der 1940er-Jahre. Der Raum im Eckhaus hätte nach Meinung von grünen Stadtberner Politikern ebenso gut als Veloparkhaus dienen können, was die Erschliessung des Hauptbahnhofs für Zweiradfahrer verbessert hätte.

Dass eine Fastfoodkette den Platz übernehme, sei eine verpasste Chance. Man darf aber vermuten, dass die jetzigen Nutzerinnen und Nutzer nicht einem gänzlich anderen Gesellschaftssegment entstammen.