2018-11-25 18:31

Reitschüler erteilen Reto Nause nach Razzia Hausverbot

Am Freitagabend ist die Polizei in die Berner Reitschule vorgerückt. Auch Reto Nause war vor Ort. Die Reitschüler wiesen den Sicherheitsdirektor nach dem Einsatz vom Vorplatz.

Polizisten vor der Bar des Restaurant Sous Le Pont in der Berner Reitschule

Polizisten vor der Bar des Restaurant Sous Le Pont in der Berner Reitschule

(Bild: zvg/Reitschule)

Ungemütliche Ausgehnacht auf der Berner Schützenmatte: Kurz nach 21 Uhr stürmte die Polizei mit einem Grossaufgebot den Innenhof des Berner Kulturzentrums Reitschule. Mehrere Dutzend Einsatzkräfte waren beteiligt, wie eine Person vor Ort berichtete. Bei dem Einsatz seien 13 Personen angehalten worden, wie Polizeisprecher Dominik Jäggi auf Anfrage bestätigt.

Sicherheitsdirektor Reto Nause (CVP) persönlich wollte sich auf dem Heimweg von einem Konzert im Bierhübeli einen Eindruck von der Situation machen. Der Polizeieinsatz war bereits vorbei. Er wurde jedoch von den Reitschülerinnen und Reitschülern weggewiesen. Der Gemeinderat hat nun Hausverbot in der Reitschule und somit auf einem Grundstück, das eigentlich der Stadt Bern gehört. Darüber empörte er sich auf dem Kurznachrichtendienst Twitter. Ob das Hausverbot zulässig ist, bleibt vorerst offen.

Für die Reitschule bedeutete Nauses Auftauchen nach dem Polizeieinsatz eine Provokation, wie sie auf Twitter mitteilt: «Es ist üblich, dass Leute vom Vorplatz weggewiesen werden, die den Betrieb der Reitschule stören.»

Protest der Reitschülerinnen und Reitschüler

Die Reitschüler und Reitschülerinnen hatten sich den Abend nicht so vorgestellt. Sie protestierten auf Social Media und auch in einer Medienmitteilung heftig gegen den Polizeieinsatz. Der Betrieb des Restaurants Sous le Pont sei während Stunden blockiert gewesen, weil die Polizisten ins innere der Reitschule vorgedrungen waren. Die Stimmung ist seit dem September angespannt. Damals eskalierte die Situation, nachdem eine Patrouille auf der Schützenmatte Präsenz markierte. Reitschule und Polizei beschuldigten sich anschliessend gegenseitig, für die Ausschreitungen verantwortlich zu sein.

Die Polizei begründet das Eindringen in das Restaurant am Freitagabend damit, dass die angehaltenen Drogendealer ins Innere der Reitschule flüchteten. Die Polizisten seien den Flüchtenden in die Toiletten des Restaurants nachgeeilt. Dabei wurden die Polizisten von Restaurantbesuchern bei ihrer Arbeit behindert und von einem Unbekannten vom Balkon der Reitschule mit einer Steinschleuder angegriffen. Die Mediengruppe der Reitschule glaubt hingegen, dass die Polizei die Flüchtenden als Vorwand genutzt hätten, um ins Innere der Reitschule einzudringen.

Kokain, Ecstasy und Marihuana

Einig sind sich die Polizei und die Reitschule hingegen bei dem Punkt, dass die Aktion geplant gewesen sei. Die Polizei spricht von einer «gezielten Aktion gegen den Drogenhandel» am Freitagabend. Es wurden Kokain, Ecstasy-Pillen sowie kleinere Mengen Haschisch und Marihuana gefunden und eingesammelt.

Trotz der Razzien lässt sich dem Drogenhandel auf der Schützenmatte nur schwer beikommen. So auch am Freitag, denn Reto Nause, der kurz nach dem Einsatz auf der Schützenmatte eintraf, wurde bereits wieder fünf Mal gefragt, ob er nicht Kokain kaufen wolle, wie er auf Twitter schreibt.

spr, crt, sda