2016-10-13 06:49

Migros prüft Filiale in der Berner Schönburg

Im ehemaligen Hauptsitz der Post könnte ab 2019 eine Filiale der Migros einziehen. Motel One kommt als Hotelbetreiber kaum in Betracht.

Kann man in der Berner Schönburg künftig einkaufen? (Archiv/Symbolbild)

Kann man in der Berner Schönburg künftig einkaufen? (Archiv/Symbolbild)

(Bild: Keystone Gaetan Bally)

Die Migros steht vor einer Grossoffensive im Berner Nordquartier: Parallel zum Start der Arbeiten für den Neubau am Breitenrainplatz prüft der orange Riese den Einzug in die Berner Schönburg. Der Immobilienkonzern Swiss Prime Site (SPS) will den einstigen Hauptsitz der Post in einen Komplex mit 135 Wohnungen sowie ein Hotel mit 190 Zimmern umbauen.

Zudem ist ein Supermarkt für die Quartierversorgung sowie ein Fitnesscenter in einem neuen Annexbau an der Ecke Viktoriastrasse/Aargauerstalden geplant. Die 1000 Quadratmeter Verkaufsfläche des Supermarktes ist derart gross, dass nur ein Grossverteiler als Anbieter infrage kommt.

Braucht Bern-Nord vierte Migros?

Bei der Eigentümerfirma Swiss Prime Site will man sich zu den künftigen Mietern nicht äussern. Die Verhandlungen mit Supermarkt- und Hotelbetreibern seien «auf gutem Weg», hält die Medienstelle fest. Mit einem Abschluss der Verhandlungen werde «in den nächsten Wochen» gerechnet. Betreffend des Supermarkts wird offenbar mit der Migros verhandelt. «Der Standort ist interessant», sagt Mediensprecher Reto Wüthrich auf Anfrage.

Die Migros analysiere zurzeit, ob und in welcher Form sich ein Betrieb in der Schönburg realisieren liesse. Teil dieser Analyse sei auch eine Abklärung der Bedürfnisse im Nordquartier, sagt Wüthrich. Konkret dürfte es um die Frage gehen, ob es im Quartier tatsächlich eine vierte Migros braucht. Filialen gibt es bereits am Breitenrainplatz – diese wird umgebaut –, in der Lorraine und an der Wankdorffeldstrasse.

Motel One ist nicht im Gespräch

Wer das Businesshotel im Nord- und Ostflügel des Gebäudes betreiben wird, ist nach wie vor unklar. Im März hiess es bei Swiss Prime Site, die Wahl eines Betreibers stehe unmittelbar bevor. Im August schrieb die Immobilienfirma im Halbjahresbericht, dass «drei Businesskonzepte» in der engeren Auswahl seien. In diesem Zusammenhang wurde verschiedentlich die deutsche Budget-Design-Hotelgruppe Motel One erwähnt, da sich diese bereits in Basel und Zürich in Liegenschaften der Swiss Prime Site eingemietet hat beziehungsweise einmieten wird. «Bern gehört nach wie vor zu einer interessanten Stadt für Motel One», hält die Medienstelle des Hotelkonzerns dazu fest. Im Moment gebe es jedoch «keine konkreten Gespräche oder gar Abschlüsse».

Dachterrasse mit Alpensicht

Konkreter als bisher sind hingegen die Kosten für den Um- und Neubau des Bürokomplexes, die gemäss Baugesuch 140 Millionen Franken betragen. Bisher ist stets von 130 Millionen Franken die Rede gewesen. In der Lobby des Hotels wiederum ist eine Bar mit kleiner Speisekarte und 100 Aussensitzplätzen geplant. Ebenso viele Sitzplätze soll es auch auf der Dachterrasse des Hotels auf dem Ostflügel des Gebäudes geben. Von dort habe man eine «grandiose Sicht» über das Weltkulturerbe Berner Altstadt bis zum Alpenrand, heisst es im Baugesuch.

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