2018-04-09 21:44

Bahn frei für mehr Schwimmfläche

Der Berner Gemeinderat treibt nicht nur den Bau einer neuen Schwimmhalle im Neufeld voran. Bis 2025 will er auch die bestehenden Frei- und Hallenbäder umfassend sanieren.

Kinder planschen im Berner Wylerbad – bald soll auch diese Badi saniert werden.

Kinder planschen im Berner Wylerbad – bald soll auch diese Badi saniert werden.

(Bild: Franziska Rothenbühler (Archiv))

Bis 2023 soll die neue 50-Meter-Schwimmhalle im Neufeld stehen, und bis 2025 sollen alle bestehenden Berner Schwimmbäder saniert sein. So lautet, kurz und knapp, die am Montag vorgestellte Wasserstrategie des Berner Gemeinderats. Die Strategie gebe die Richtung für die «generelle Entwicklung der Wasseranlagen» in den nächsten 15 bis 20 Jahren vor. Die Kosten belaufen sich auf rund 250 bis 300 Millionen Franken. «Die Sanierung der Bäder drängt», sagte am Montag Gemeinderätin Franziska Teuscher (GB) vor den Medien. Besonders in den Hallenbädern seien die Kapazitätsgrenzen längst erreicht. Dort hat es kaum mehr genug Platz, um Längen zu schwimmen.

Viele Volksabstimmungen nötig

Der Zustand der städtischen Bäder ist schlecht: Seit 50 Jahren hat Bern keine grossen Veränderungen an seinen Badanlagen vorgenommen. Sie weisen deshalb einen hohen Sanierungsbedarf auf. «Die Sanierung der Aussenbäder ist einfacher, da sie ausserhalb der Öffnungszeiten durchgeführt werden kann», sagt Christian Bigler vom städtischen Sportamt. Bei den Hallenbädern führten die Arbeiten jedoch zwingend zu einer Schliessung. Bei der Sanierung seien auch «innovative Ideen gefragt». So soll der Energieverbrauch der Hallenbäder neu durch Fernwärme oder Solaranlagen gedeckt werden (siehe Text rechts).

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Als wichtigstes Projekt soll der Bau der neuen Schwimmhalle im Neufeld forciert werden. Diese soll vor der Sanierung der bestehenden Bäder in Betrieb gehen, damit in den Hallenbädern nicht noch mehr Engpässe entstehen. In einer Volksabstimmung haben die Bernerinnen und Berner 2015 klar für die Hallenbad-Initiative der FDP votiert, die auch eine neue Schwimmhalle vorsah. Diese hätte bereits bis 2020 erstellt werden sollen. Das Ziel war jedoch schon damals eher unrealistisch. Sobald die Halle gebaut ist, sind Schritt für Schritt die Sanierungen der bestehenden Bäder geplant. Klar ist bereits, dass jedes grössere Sanierungsprojekt vom Volk bewilligt werden muss.

Sanierungsstrategie kommt gut an

Die ersten Reaktionen auf die Wasserstrategie sind positiv. Auch die hohen Kosten scheinen kaum auf Widerstand zu stossen. «Die Richtung stimmt», sagt FDP-Stadtrat Tom Berger. Schliesslich war es seine Partei, die von Beginn an die neue Schwimmhalle gefordert hatte. «Leider hat es die Stadt versäumt, die Sanierungen früher anzugehen», sagt Berger. Somit seien die Kosten nun überproportional gestiegen. Nun noch länger zu warten, sei «definitiv falsch» und am «falschen Ort gespart», betont Berger. Durch die Sanierungen würden auch die Betriebskosten sinken, was sich längerfristig finanziell lohne. Mehrmalige Notsanierungen, wie sie beim «Mubeeri» bereits gemacht wurden, seien teuer und unnötig.

Auch Nutzer der Hallenbäder sind froh, dass nun endlich etwas passiert. Darunter Matthias Brunner, Inhaber und Geschäftsführer der Fitnessfirma Aquateam. Seine Kundinnen halten sich sowohl am Hirschengraben als auch im Wylerbad fit. «Momentan haben wir noch genug Platz», sagt Brunner. Das sei aber nur deshalb der Fall, weil man auch die Lehrschwimmbecken der Schulen nutzen könne. Den Plan des Gemeinderats, zunächst die neue Halle im Neufeld zu bauen, begrüsst Brunner. Wenn vorher noch ein Hallenbad wegen Sanierungen schliessen müsste, würde es «wirklich sehr eng».

Der Bund