2018-12-07 22:09

Gampelen schafft Platz für Fahrende

Im Berner Seeland entsteht ein provisorischer Transitplatz für ausländische Fahrende. Die Suche nach einem definitiven Platz gestaltet sich aber weiterhin schwierig.

Der Transitplatz im bernischen Brügg schliesst, dafür öffnet ein neuer bei Gampelen.

Der Transitplatz im bernischen Brügg schliesst, dafür öffnet ein neuer bei Gampelen.

(Bild: Adrian Moser)

In der Nähe der Vollzugsanstalten Witzwil richtet der Kanton Bern einen provisorischen Transitplatz für ausländische Fahrende ein. Der Platz befindet sich gut zwei Kilometer südlich des Dorfes Gampelen auf kantonseigenem Land.

20 bis 30 Wohneinheiten können auf dem Areal abgestellt werden. Eröffnet wird der Transitplatz voraussichtlich im Frühling 2019. Der Betrieb ist auf zwei Jahre befristet, wie das Regierungsstatthalteramt Seeland am Freitag mitteilte. Die Regierungsstatthalterin Franziska Steck informierte am Freitagabend die Bevölkerung. Der Transitplatz liegt im Gebiet «Eschenhof», ausserhalb der Sicherheitszone der Strafanstalten. In der Nähe, aber nicht direkt angrenzend befindet sich eine Kollektivunterkunft für Asylsuchende.

Die Fahrenden finden auf dem Platz eine minimale, aber genügende Infrastruktur mit Wasser- und Abwasseranschlüssen, sanitären Anlagen, Stromanschluss und Abfallcontainer. Der Platz ist nur im Sommer in Betrieb.

Die Gemeinde Gampelen wird den Platz betreiben. Bei ihr müssen sich die Fahrenden anmelden. Die Baukosten für den Transitplatz übernimmt der Kanton Bern, die Betriebskosten werden durch Platzgebühren gedeckt.

Bereits in Betrieb ist ein provisorischer Transitplatz in der Gemeinde Brügg. Er wird im kommenden Herbst geschlossen. Dass Gemeinden nach dem Rotationsprinzip Land temporär für einen Transitplatz zur Verfügung stellen, sei weder effizient noch kostengünstig, sagte Regierungsrätin Evi Allemann (SP) Ende November gegenüber den Regionaljournal von Radio SRF.

Die Regierung habe vielmehr den klaren Auftrag, einen definitiven Platz zu schaffen. Doch einen solchen zu finden, ist schwierig. Allenthalben regt sich Widerstand. Nach langem Hin und Her soll nun ab 2022 beim Autobahnrastplatz Wileroltigen ein definitiver Transitplatz für ausländische Fahrende entstehen. Doch auch in Wileroltigen ist der Widerstand gross. Trotzdem legte die Berner Regierung am Donnerstag für einen dortigen Transitplatz einen Kredit von 3,3 Millionen Franken vor. Der bernische Grosse Rat entscheidet im März 2019 über das Vorhaben. Für Schweizer Fahrende hat der Grosse Rat die nötigen Gelder für Standplätze in Erlach, Muri bei Bern und Herzogenbuchsee bereits im Herbst 2016 gesprochen.

cse/sda