2019-06-12 18:43

Guerilla-Aktion von «Fabrikool»-Sympathisanten

Die beiden Architekten ziehen ihr Projekt für die Schreinerei in der Berner Länggasse nicht zurück. Auslöser der Nachricht war eine gefälschte Medienmitteilung von Fabrikool-Sympathisanten.

Die Alte Schreinerei wird nach der Räumung abgesperrt.

Die Alte Schreinerei wird nach der Räumung abgesperrt.

(Bild: Jürg Spori)

Es sah nach einer dramatischen Wende aus: Laut einem am frühen Nachmittag verschickten Mediencommuniqué wollten sich die Berner Architekten Hebeisen+Vatter vom Projekt für die Alte Schreinerei in der Berner Länggasse zurückziehen. Wie sich jetzt aber zeigt, war die Medienmitteilung gefälscht, vermutlich von Sympathisanten des ehemaligen Fabrikool-Besetzerkollektivs.

Mehrere Medien, darunter die Nachrichtenagentur Keystone-SDA und somit auch der «Bund» , hielten das Communiqué für echt und zitierten daraus, zumal sich der zuständige Berner Regierungsrat Christoph Neuhaus auf Anfrage zum angeblichen Rückzug äusserte.

Neuhaus war es, der dem Schwindel schliesslich auf die Schliche kam: Er meldete gegen Abend, er habe mit dem einen Architekten gesprochen. Das Communiqué sei «Fake News».

Die Kontroverse um die Alte Schreinerei in der Berner Länggasse ist somit um eine schräge Episode reicher. Die Alte Schreinerei in der Länggasse stand jahrelang leer. Seit Anfang 2017 wurde sie vom «Fabrikool»-Kollektiv genutzt. Vor wenigen Wochen räumte die Polizei das Gebäude.

Der Kanton hatte das Grundstück im September 2018 an zwei Architekten verkauft. Diese wollen einen Quartiertreffpunkt mit Markthalle und Restaurants sowie Studentenwohnungen einbauen.

spr/sda