2019-05-15 17:28

Bibbern statt baden wegen Bise in Bern

Der Saisonstart für die Freibäder in Bern fiel gehörig ins Wasser. Bise und Regen hielten Gäste fern. Im Marzili hat das aber nicht nur Nachteile.

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Für einen Sprung ins kühle Nass musste man bisher nicht in die Badi, sondern lediglich vor die Haustür. Seit letztem Samstag haben in Bern die Freibäder geöffnet. Der Start in die Badesaison steht aber bisher unter keinem guten Stern. Statt blauem Himmel und Sonne gibt es derzeit starke Bise und immer wieder Regen. Und bis Ende Woche ist auch kein Wetterumschwung in Sicht.

Dementsprechend harzig verlief der Saisonbeginn in den Berner Badis. «Der Start war natürlich nicht gerade berauschend», sagt etwa Hanspeter Heiniger, Anlagechef des Berner Frei- und Hallenbads Weyermannshaus. «Mit der starken Bise und Wassertemperaturen um 13 Grad kommen natürlich nur die zwei, drei hartgesottenen Gäste.» Der Vorteil beim Weyerli: Wenns draussen zu kalt ist, kann man aufs Hallenbad ausweichen. «Beim aktuellen Wetter ist das Hallenbad gut besucht, da können wir die wegbleibenden Badegäste im Freibad kompensieren», sagt Heiniger.

Dass ihr Geschäft wetterabhängig sei, wisse man zwar, sagt Martin König, stellvertretender Anlagechef im Marzili. «Die Eröffnung und die ersten Tage haben wir uns aber schon anders vorgestellt.»

Überstunden ab-, Anlage aufbauen

Gewünscht haben sich die Betreiberinnen und Betreiber die leeren Schwimmbecken zur Eröffnung beileibe nicht. Lieber hätte man schon jetzt viel Betrieb. Trotzdem haben aber die windigen und kühlen Verhältnisse nicht nur Nachteile. Im Weyerli versucht man bei Schlechtwetter Überstunden abzubauen, die bei vielen Gästen in der Hochsaison oft geleistet werden müssen. Auch letzte Reinigungsarbeiten beschäftigen Anlagechef Heiniger, bis das Badewetter kommt: «Nach den starken Winden und Regenfällen gibt es nun auch wieder Laub und Gehölz wegzuräumen.»

Ähnlich wird in der Zwischenzeit, bis die Badegäste kommen, auch im Marzili am «Feinschliff» der Anlage gearbeitet. «Nebst der Beckenaufsicht erledigen wir nun Garten- und Unterhaltsarbeiten. Bei viel Gästen haben wir dafür weniger Zeit», sagt König.

Zeit für Schulungen

Im Marzili hat das kalte Wetter noch einen anderen Vorteil. Neue Mitarbeitende und die vielen neuen Aushilfen, die auf diese Saison hin da zu arbeiten beginnen, könnten gut instruiert und eingearbeitet werden, sagt König. Das ist dieses Jahr wohl besonders wichtig. Denn nach der Renovation des Bueberseeli wird im Marzili auch einiges anders.

«Wir müssen mit dem neuen Schwimmkanal und dem Bueberseeli zwei zusätzliche Gewässer überwachen», sagt Markus Gasser, Bereichsleiter Betrieb und Finanzen beim Sportamt Bern. Den Kanal gab es bisher gar nicht, im Bueberseeli konnte man während der letzten Jahre nicht baden. Deshalb bereite man sich betrieblich auf das Ende der Bauarbeiten vor. «Die grosse Herausforderung wird, in der Hochsaison Konflikte zwischen Schwimmern und Böötlern zu vermeiden.»

Bauarbeiten bis im Juni

Nach abgeschlossenen Arbeiten gibt es einen Schwimmkanal von der Aare in den Bueber. Dieser soll dadurch ebenfalls wieder für Badegäste geöffnet werden. Ausserdem gibt es weiter aareabwärts eine neue und breitere Rampe zum Auswassern von Gummibooten. Durch den Kanal und die Auswasserungsstelle erhofft man sich auch klarere Regeln und eine Trennung der Schwimmerinnen und Schwimmer und der Böötler.

Die Bauarbeiten, die ursprünglich Ende April hätten fertig sein sollen, verzögern sich jedoch. Der Rückstand, den man sich wegen des schlechten Zustands einer Mauer beim Bueberseeli eingefangen hatte, konnte nicht aufgeholt werden. Thomas Pfluger, Berner Stadtbaumeister geht davon aus, dass die Arbeiten am Samstag, 8. Juni, abgeschlossen sein werden. Dann könne man voraussichtlich ab Vormittag durch den neuen Kanal in den Bueber schwimmen, teilt Pfluger auf Anfrage mit.