2018-08-21 19:17

Sie sollten Schweisser sein – oder Managerin

Viele Firmen haben Mühe, die richtigen Mitarbeiter zu finden. Welche Berufe besonders begehrt sind.

Auch Elektriker sind Fachkräfte, die auf dem Arbeitsmarkt besonders gesucht sind.

Auch Elektriker sind Fachkräfte, die auf dem Arbeitsmarkt besonders gesucht sind.

(Bild: Keystone)

Ein Drittel der Schweizer Arbeitgeber hat Schwierigkeiten, offene Stellen zu besetzen. Das zeigt eine heute veröffentlichte Umfrage des Personaldienstleisters Manpower. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich die Lage verschärft: 2017 gaben noch ein Fünftel der befragten Firmen an, Probleme zu haben.

Je grösser das Unternehmen ist, desto mehr Engpässe bei der Rekrutierung treten auf. 51 Prozent der Grossfirmen mit 250 und mehr Mitarbeitern haben Probleme, genügend Personal zu finden. Bei den mittelgrossen Firmen mit 50 bis 249 Angestellten sind es 50 Prozent.

Alle Wirtschaftssektoren betroffen

Vom Phänomen bleibt kaum ein Wirtschaftssektor verschont. Weder in der verarbeitenden Industrie noch im Bergbau und der Rohstoffgewinnung oder im Verkehr und Handel finden die Arbeitgeber den passenden Nachwuchs, um offene Stellen besetzen zu können.

Weltweit sind die Schwierigkeiten ebenfalls akut. «Obwohl in der Schweiz und auch in Europa die Wirtschaft wieder boomt, besteht bei qualifizierten Facharbeitern ein Ungleichgewicht von Angebot und Nachfrage. Der technologische Wandel verändert die Arbeitsweise grundlegend und erfordert neue Kompetenzen», sagt Leif Agnéus, Chef von Manpower Schweiz. Zusätzlich erschwert werde die Personalbeschaffung durch die demografische Entwicklung und die niedrige Arbeitslosigkeit.

Zum achten Mal in Folge führen Facharbeiter wie Elektriker, Schweisser und Mechaniker die Liste der meistgesuchten Berufe in der Schweiz an. Zweitplatzierte sind Handelsvertreter. Den dritten Platz belegen Führungskräfte in Management und Geschäftsführung.

Durchschnittlich geben 33 Prozent der Schweizer Arbeitgeber an, die von ihnen gesuchten Profile nicht zu finden. Nach den Hauptgründen für ihre Rekrutierungsschwierigkeiten gefragt, führt ein Drittel den Mangel an Fachkompetenzen an. 29 Prozent finden die gesuchten Kandidaten nicht. 17 Prozent machen die mangelnde Berufserfahrung der Kandidaten und 14 Prozent fehlende soziale Kompetenzen verantwortlich. Die Umfrage von Manpower zeigt aber auch: Zu hohe Lohnforderungen spielen eine untergeordnete Rolle. Vor diesem Hintergrund setzen Unternehmen vermehrt auf die gezielte Aus- und Weiterbildung ihrer Mitarbeiter.

Neue Kompetenzen sind gefragt

Das ist gerade im digitalen Zeitalter nötig, denn neue Technologien verändern die Arbeitsweise der Menschen und schaffen neue Berufe. «Mit den Technologien verändern sich auch die Anforderungen an Arbeitnehmer. So erhöht das starke Wachstum des Onlinehandels den Bedarf an Personal im Bereich Logistik und Kundenservice und somit an Chauffeuren und Mitarbeitenden im Kundensupport», sagt Agnéus. Gefordert seien auch die Teppichetagen: Fürs Management und die Geschäftsführung gehe es nicht nur darum, das Unternehmen zu leiten, sondern auch darum, der Arbeit einen Sinn zu geben, die Mitarbeiter zu fördern und ihnen zu ermöglichen, am Leben des Unternehmens teilzuhaben.

Um die Folgen von Talentknappheit auf Firmen zu verstehen, führt Manpower seit 2006 jährlich eine Studie durch. Im laufenden Jahr wurden 39'195 Arbeitgeber aus sechs Wirtschaftssektoren in 43 Ländern befragt, darunter die Schweiz. Die so gewonnenen Daten wurden durch das Beratungsunternehmen Reputation Leaders ausgewertet. Hierzulande nahmen im ersten Halbjahr 2018 total 452 Arbeitgeber an der Umfrage teil.

DerBund.ch/Newsnet