2014-12-01 07:20

Andreas Kaufmann gewinnt Sprint-Wahlen in Bremgarten

Niederlage für SP: Der Grünliberale folgt auf Ex-Gemeindepräsident Folletête. Der Grünliberale Andreas Kaufmann wird neuer Gemeindepräsident von Bremgarten.

SP-Kandidat Andreas Schwab gratuliert dem neuen GLP-Gemeindepräsidenten Andreas Kaufmann (rechts).

SP-Kandidat Andreas Schwab gratuliert dem neuen GLP-Gemeindepräsidenten Andreas Kaufmann (rechts).

(Bild: Valérie Chételat)

Nur fünf Wochen nach dem über­raschenden Rücktritt von Dominique Folletête (FDP) hat Bremgarten das Amt des Gemeindepräsidenten neu besetzt: Andreas Kaufmann (GLP) hat den Sprint-Wahlkampf gegen den SP-Herausforderer Andreas Schwab deutlich mit 1008 zu 675 Stimmen für sich entschieden. Die Wahlbeteiligung betrug 54 Prozent.

Heimvorteil entscheidend

Der 44-jährige Kaufmann liess gestern bei Bekanntgabe der Resultate vor dem Gemeindehaus zwar nicht die Champagnerkorken knallen, zeigte sich aber sichtlich zufrieden mit dem Ergebnis. Was hat den Ausschlag gegeben? «Als gebürtiger Bremgärteler bin ich in der Gemeinde sehr gut verankert und vernetzt. Das hat mir sicher viele Stimmen gebracht», sagt Kaufmann, der wie sein Gegenspieler Schwab seit 2011 im Gemeinderat von Bremgarten sitzt und dort das Ressort Betriebe, Infrastruktur und Umwelt leitet. Die SVP und die FDP haben die Kandidatur des Grünliberalen unterstützt. Kaufmanns Stimmenanteil von gut 60 Prozent entspricht denn auch in etwa der bürgerlichen Mehrheit in Bremgarten. Für die GLP ist der Sprung ins Gemeindepräsidium dennoch ein Erfolg: «Der Wahlkampf war extrem kurz, aber sehr intensiv. Das ­Resultat ist besser als erwartet», sagte Franziska Schöni-Affolter, Co-Präsidentin der GLP Kanton Bern, die in Bremgarten wohnt.

Alle gegen die SP

Dagmar Hensel, Präsidentin der SP Bremgarten, zeigte sich über das deutliche Resultat wenig überrascht: «Die anderen Parteien haben sich im Wahlkampf gegen die SP zusammengeschlossen. Bremgarten tickt einfach speziell.» Der unterlegene SP-Kandidat nahm die Niederlage gefasst auf. «Ich bin schon ­etwas enttäuscht über das Resultat», sagte Schwab, der im Gemeinderat für die Bildung zuständig ist. Er schaut nun bereits auf die Wahlen 2015, wo er «­sicher wieder» antreten werde.

Jung und Alt besser vernetzen

Im Gemeinderat flogen im September die Fetzen: Das siebenköpfige Gremium war sich wegen des inzwischen verworfenen Verkaufs des Postgebäudes in die Haare geraten, Folletête trat nach wüstem Streit mit der SP aus «gesundheit­lichen Gründen» zurück.

«Wir haben tipptopp zusammenge­arbeitet», sagt der neue Gemeindepräsident Kaufmann über seinen Vorgänger. Der Grünliberale, der beim Bundesamt für Verkehr arbeitet, will sich weiter für «gesunde Finanzen ohne Abenteuer» einsetzen. Seine Vision? Kaufmann wünscht sich im Dorf eine Anlaufstelle für engagierte Bürger. «Ich möchte Jung und Alt besser vernetzen und eine Plattform schaffen, wo Ideen ausgetauscht werden können.»

DerBund.ch/Newsnet