2011-09-24 11:38

Ein Hilton-Hotel in der Schönburg?

Am heutigen Post-Hauptsitz Schönburg in Bern öffnet voraussichtlich 2017 ein Hotel einer internationalen Topmarke wie Hilton oder Sheraton seine Tore.

Künftig werden in der Schönburg Hotelgäste logieren.

Künftig werden in der Schönburg Hotelgäste logieren.

(Bild: Adrian Moser)

  • Nicole Tesar

Noch arbeiten gegen 1400 Mitarbeitende auf sieben Etagen am Post-Hauptsitz in Bern. Die Post hat die Schönburg, wie das Gebäude an der Viktoriastrasse heisst, 2009 an einen Immobilienfonds der Credit Suisse verkauft. Der Real Estate Fund Living Plus, wie der Fonds heisst, plant in der Liegenschaft ein Fünfsternhotel. Im Vordergrund steht eine renommierte internationale Luxushotelkette. Ob es sich bei der Hotelkette um Hilton, Steigenberger, SAS Radisson oder Sheraton handle, will CS-Projektleiter Herbert Meier noch nicht sagen. «Die Gespräche sind im Gang. Bei der Marke geht es jedoch in die erwähnte Richtung.»

Post ab 2014 im Wankdorf

Die Post plant, 2014 an ihren neuen Hauptsitz im Wankdorf umzuziehen. Der gelbe Riese habe die Option, den Mietvertrag in der Schönburg um bis zu zwei Jahre zu verlängern, sagt Meier: «Wir gehen jedoch nicht davon aus, dass es zu Verzögerungen kommt. Wir wollen bereit sein, um zu diesem Zeitpunkt mit dem Bau zu beginnen. Ziel ist, das Gebäude mit Hotel und anderen Nutzungen 2017 zu eröffnen.»

Ob die Kursaal Bern AG künftige Mieterin der Liegenschaft und Betreiberin des Hotels wird, wollte Meier weder bestätigen noch dementieren. Die Kursaal Bern AG hatte Anfang Jahr diesbezüglich ihre Offerte eingereicht. So ist auch noch offen, ob die Kursaal-Leitung bei den Gesprächen mit den möglichen Franchisegebern – also den internationalen Hotelketten – beteiligt ist. Es liefen Gespräche über diverse Partnerschaftsmodelle. Man erteile jedoch zum jetzigen Zeitpunkt darüber keine Auskunft. Denn es gebe keine schriftlichen Verträge, betonte Meier. Tatsache ist, dass die Kursaal Bern AG dem Eigentümer, dem Immobilienfonds Credit Suisse Real Estate Fund Living Plus, für die künftige Nutzung des Gebäudes seit zwei Jahren beratend zur Verfügung steht. Bei der Kursaal Bern AG heisst es auf Anfrage, für die Kommunikation rund um das Bauprojekt Schönburg sei ausschliesslich die CS zuständig. Der Umbau befindet sich in der Konzeptphase. Ein Architektenteam der Büros Theo Hotz – Hotz ist der Architekt, der das Gebäude ursprünglich konzipierte – sowie Marazzi + Paul erarbeitet die Pläne. Das Fünfsternhaus soll rund 200 Zimmer umfassen. Der gesamte Hotelkomplex werde etwa 60 Prozent der Gesamtfläche beanspruchen. Geplant sind auch zwei Restaurants und ein Fitness- und Wellnessbereich. Über den Rest der Nutzung sei man sich noch nicht schlüssig, sagte Meier.

Kongressräume kein Schwerpunkt

Sehr gut möglich sei, dass grosse Wohnungen im gehobenen Segment inklusive Hotelservice entstünden, etwa für Geschäftsleute oder Botschaftsfamilien. Hingegen will das Management des Immobilienfonds in der Liegenschaft keinen neuen Schwerpunkt für Kongresse setzen. In Bern stünden mit Kursaal, Novotel und der Bern Expo bereits genügend Kongressräume zur Verfügung, sagte Meier.

Das rund 50-jährige Gebäude ist laut Meier insgesamt in einem sehr guten Zustand, aber die Energieeffizienz sei sehr schlecht. Deshalb sei eine Gesamterneuerung geplant. So sollen die Fassade, aber auch das Heizungssystem und die Lüftungsanlage komplett erneuert werden. Bei der Schönburg handle es sich zwar um ein architektonisch bedeutendes Bauwerk, aber es stehe nicht unter Denkmalschutz.

Baueingabe wird vorbereitet

Zum weiteren Vorgehen sagte Meier: «Bald starten wir die Planung für die Baueingabe». Damit werden die Behörden und die Nachbarn der Schönburg einbezogen.

Der Bund