2015-03-17 13:19

BLS Cargo steigert trotz Umsatzrückgang den Gewinn

Die BLS Cargo AG hat im vergangenen Jahr trotz eines Umsatzrückgangs den Gewinn auf 2,5 Millionen Franken gesteigert. Im Vorjahr betrug er 1,5 Millionen Franken. Den Erfolg begründet die BLS-Tochter unter anderem mit konsequentem Kostenmanagement.

Zudem habe sich das Unternehmen auf rentable Verkehre fokussiert und die Wertschöpfung durch den Einsatz neuer, innovativer Lokomotiven steigern können. Das gab die BLS AG an der Bilanzmedienkonferenz vom Dienstag in Bern bekannt.

Der Umsatz sank von 182,2 Millionen Franken im Jahr 2013 auf 166,9 Millionen Franken im vergangenen Jahr. Die Hauptgründe dafür sind der Wegfall der für die DB Schenker ausgeführten Transporte Anfang 2014 am Gotthard sowie Unwetter in Norditalien am Ende des vergangenen Jahrs.

Euro-Erosion macht Sorgen. . .

Sorgen macht der BLS Cargo der starke Franken. Bisher sei es dem Unternehmen gelungen, die stetige Erosion des Eurokurses aufzufangen. Doch nun werde es zunehmend schwierig. Die BLS Cargo AG wird für ihre Dienstleistungen meistens in Euro bezahlt, muss aber beispielsweise Löhne in Franken auszahlen.

Das Unternehmen ist deshalb daran, Massnahmen zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit zu erarbeiten. Dazu gehört auch, dass die BLS AG - die Mutter der BLS Cargo AG - im Rahmen der Verhandlungen für einen neuen Gesamtarbeitsvertrag (GAV) die Anstellungsbedingungen des Personals unter die Lupe nehmen will.

Der GAV läuft Ende dieses Jahres aus. Es gehe insbesondere um mehr Flexibilität, sagte BLS-Chef Bernard Guillelmon vor den Medien. An den Lokführerlöhnen will die BLS aber - mindestens kurzfristig - nicht rütteln.

BLS Cargo hat laut seinem Chef Dirk Stahl etwa schon Unterhaltsarbeiten an Radsätzen nach Deutschland ausgelagert, um Kosten einzusparen. Auf die Arbeit in den BLS-Werkstätten habe diese Auslagerung keinen Einfluss gehabt, weil diese gut ausgelastet seien.

Neue Lokomotiven, mit denen die BLS rund 50-jährige Zugfahrzeuge ersetzen will, wird die BLS Cargo AG in Euro bezahlen. Das Unternehmen kann dies auch, weil die Firmen, bei denen Offerten eingeholt wurden, im Euroraum ansässig sind.

. . . und gefährdet laut BLS Verlagerungsziel

Forderungen hat die BLS Cargo AG auch an die Politik. Diese müsse angesichts der Frankenstärke die Rahmenbedingungen für den Schienengüterverkehr verbessern. Sonst drohe die Schweiz die Verlagerungsziele zu verfehlen. Diese Gefahr sei angesichts der sinkenden Mineralölpreise noch gestiegen.

Bei den Diskussionen um die Trassenpreisreform 2017 sei deshalb für BLS Cargo «eine spürbare Entlastung bei den Trassenpreisen zwingend», heisst es in einer Pressemitteilung.

Schon Ende Februar hatte die BLS Cargo zusammen mit SBB und Crossrail in einer Medienmitteilung auf diese Entwicklung aufmerksam gemacht und von einem «kaum mehr kostendeckenden Transitgeschäft» gesprochen.

Dirk Stahl sagte am Dienstag vor den Medien in Bern, seit der Aufgabe des Euro-Mindestkurses durch die Nationalbank habe die Wettbewerbsfähigkeit seines Unternehmens im Vergleich zu Konkurrenten aus Europa um elf Prozent abgenommen.

gbl/sda