2016-12-29 06:54

Mürren geht das Wasser aus

Im Berner Oberland wird praktisch überall künstlich beschneit. Mürren aber muss auf Schnee von oben hoffen.

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  • Gianna Blum

    Gianna Blum

Kunstschnee braucht Wasser – viel Wasser. Laut Pro Natura braucht es für die Beschneiung einer Piste von rund zwei Kilometern Länge zwischen 7500 und 12'500 Kubikmeter Wasser. Viele Skiregionen entnehmen das Wasser für ihren Kunstschnee Speicherseen. «Uns sind elf Speicherseen für die Beschneiung bekannt», sagt Timon Stucki vom kantonalen Amt für Wasser und Abfall. Wenn Wasser aus anderen Quellen als Speicherseen entnommen wird, etwa Flüssen und Bächen, gibt es Bestimmungen, wie viel Restwasser verbleiben muss.

Trotz dem aktuellem Niederschlagsmangel sind im Oberland die meisten Speicherseen gut gefüllt. So etwa in Meiringen, der Lenk und Grindelwald-Männlichen, wie Anfragen bei den Betreibern ergeben. Im 75'000 Kubikmeter fassenden Speichersee in der Lenk etwa befinden sich 45'000 Kubikmeter. In den wärmeren Nächten könne man Wasser aus der Simme in den See hochpumpen, sagt Nicolas Vauclair, Geschäftsführer der Lenk-Bergbahnen. «Wenn für einmal die Prognosen stimmen und nächste Woche ein paar Tage lang Schnee fällt, müssen wir ohnehin nicht mehr künstlich beschneien.»

Zudem sind die Temperaturen problematischer als die Wasservorräte, sind sich die Befragten einig. Bei höheren Temperaturen lässt sich in den meisten Fällen Wasser nachpumpen. Um aber überhaupt Kunstschnee produzieren zu können, braucht es Temperaturen von höchstens minus 3 Grad.

Knapp sind die Wasservorräte in Mürren. «Wir müssen Kunstschnee sehr überlegt einsetzen», sagt Christoph Egger, der Direktor der Schilthornbahnen. «Man kann ja nicht einfach die Wasserpumpe in den Bach stellen.» Der Speichersee in Mürren sei noch zu einem knappen Drittel gefüllt, was bei entsprechenden Temperaturen noch für vier oder fünf Tage Beschneiung reiche. Bei den Schilthornbahnen hofft man nun auf Schnee von oben. Für nächste Saison ist auch in Mürren eine Aufrüstung vorgesehen: Die Schilthornbahnen planen ein Wasserreservoir samt Pumpen in Giuw.

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