ABO+2020-01-11 20:48

Tierquälerei soll transparenter werden

Stopfleber, Froschschenkel, Halal-Fleisch: Ein geheimes Dokument des Bundes offenbart Pläne für eine verschärfte Deklarationspflicht bei Tierprodukten. 

Stopfleber: Bei dieser Methode werden Gänse mehrmals täglich mit Futter gestopft, bis ihre Leber auf das Zehnfache der normalen Grösse anschwillt und manchmal zerreisst. Foto: Regis Duvignau (Reuters)

Stopfleber: Bei dieser Methode werden Gänse mehrmals täglich mit Futter gestopft, bis ihre Leber auf das Zehnfache der normalen Grösse anschwillt und manchmal zerreisst. Foto: Regis Duvignau (Reuters)

Das blutige Verfahren beginnt in einer Metallwanne: Dort wird das Merinoschaf fixiert. Dann schneidet der Bauer Hautstücke rund um dessen After weg, oft ganze Hautlappen, das Tier ist dabei nicht betäubt. Mulesing heisst die Methode, welcher ein Grossteil der circa 74 Millionen Merinoschafe in Australien unterzogen wird. Die Tiere haben viele Hautfalten um den After, die Stelle ist deshalb anfällig für Parasitenbefall, was zu Infektionen führen kann – schlimmstenfalls zum Tod des Tieres. Alternative Methoden zur Vorbeugung gibt es zwar, etwa regelmässiges Scheren an den Hinterbeinen, doch die sind zeitintensiv und aufwendig, kurzum: zu teuer für die Produktion des begehrten Rohstoffs (lesen Sie auch unseren Kommentar: Ein bisschen schlechtes Gewissen muss sein).